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Projekt: Die Kinder aufwachsen sehen - Hilfe für HIV-infizierte Schwangere in Kenia

Ein Interview mit der Gründerin von Maweni e.V.

 

ANITA Kannst Du uns bitte kurz erzählen, wer Du bist, wie Du zu Maweni kamst und welche Ziele du mit dieser NPO/diesem Verein hast?

Ich lebe in Königstein und betreue beruflich Jugendliche als Berufseinstiegsbegleiterin, d.h. ich helfe ihnen, das sie den Einstieg in den Beruf z.B. über eine Lehrstelle finden.

Ich habe Maweni 2006 mit einigen Freunden gegründet, weil ich in dem kleinen Dorf Maweni an der Südküste Kenias mit der Not von Waisenkindern konfrontiert wurde. Schon seit der Kindheit hatte ich den Traum, einmal Kindern in Afrika zu helfen. Um praktisch helfen zu können, wurde dann der Verein gegründet. 

Welche Projekte unterstützt ihr im Einzelnen?

Das Mutter-Kind-Programm von DREAM in der Gesundheitsstation von Tunyai (Kenia) und die Bildung von Patenkindern im African-Angel-Projekt in Accra (Ghana).

Wieso Ukunda, Tunyai und Bukom?

Ukunda ist ein Ort an der Südküste Kenia, den ich bei einer späteren Reise nach Kenia kennenlernte. Nach einer umfangreichen Reise durch Kenia und Besichtigung vieler verschiedener Einrichtungen erschien mir dieser Ort am geeignetsten. Dort wurde dann auch 2010 das Haus für Waisenkinder mit Unterstützung von Maweni eröffnet. Nach dem Abschluss des Projekts kam mir der Gedanke, das es viel besser wäre, schon dabei mit zu helfen, das die Kinder gar nicht erst zu Waisen werden. Viele der Kinder sind nämlich AIDS-Waisen. So wählten wir ein Projekt in Tunyai aus, das mit Hilfe der antiretroviralen Mutter-Kind-Therapie (PMCT) HIV-infizierte Schwangere behandelt, das diese mit dem Virus leben können und dieser auch nicht auf die Kinder übertragen wird. Bukom ist ein Slum der Hauptstadt von Ghana, Accra. Aus diesem Slum stammen unsere Patenkinder, die im African-Angel-Projekt in einem Haus wie in einem Internat aufwachsen.

 

Wie kam die Zusammenarbeit mit DREAM zustande?

Wir hatten ja ein Projekt gesucht, das im HIV-Bereich verhindern würde, das die Kinder zu Waisen würden. Wir fanden heraus, das die deutsche AIDS-Stiftung mit dem DREAM-Programm der Gemeinschaft Sant' Egidio HIV-Projekte in Afrika unterstützte. Besonders fiel uns das Engagement von Hape Kerpeling für ein Projekt in Mosambik auf, das uns in diesem Video beeindruckte:

Wir wollten aber weiter gerne in Kenia bleiben. Durch ein Gespräch mit Dieter Wenderlein von Sant' Egidio, leitender Apotheker im DREAM-Programm und Deutschland-Sprecher der Gemeinschaft fanden wir heraus, das gerade geplant war, in Tunyai eine HIV-Ambulanz einzurichten. Wir entschlossen uns dann, dort mit dabei zu sein.

Uns beeindruckte auch das Fachwissen und die exzellente Qualität des Projekts, was man in der Fachveröffentlichung, deren Mitautor Herr Wenderlein ist, ablesen kann: Universal-Access-zur-Diagnostik-Therapie-und-Versorgung-Die-Umsetzung-bei-HIV-bleibt-eine-grosse-Herausforderung

 

Inwiefern denken und handeln Kenianer und Ghanaer gleich UND anders als Mitteleuropäer?

In Kenia und Ghana spielt die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe eine entscheidende Rolle, sogar noch stärker als die Zugehörigkeit zu einer Religion oder politischen Einstellung. Das bedeutet, man fühlt sich nicht allgemein Menschen verpflichtet, sondern denen seiner Volksgruppe. In Kenia kam es Ende 2007/2008 zu schweren Unruhen, die ich selbst miterleben konnte, scheinbar ausgelöst durch Wahlfälschungen. In Wirklichkeit spiegelten sich darin die Konflikte der Volksgruppen wieder. Gleich sind Kenianer und Ghanaer in ihrer Liebe zur Familie und ihrem Wunsch, das Beste für ihre Kinder erreichen zu wollen. Dies merkt man auch an der Dankbarkeit, die die Mütter uns entgegen bringen, weil wir es ihnen ja ermöglichen, das sie „die Kinder aufwachsen sehen können“, wie es eine Mutter formulierte.

 

Welche Verbindung hast du zu Kenia, bzw. Ghana?

Ich bin schon mehrfach nach Kenia gereist und habe dort auch meinen früheren Mann kennengelernt. Bei meiner letzten Reise nach Kenia habe ich das Projekt in Tunyai besucht und mit dem medizinischen Leiter des DREAM-Programms, Benjamin Welu, einige Mütter aus dem Programm persönlich kennengelernt. Hier der Reisebericht

Die Verbindung zu Ghana wurde durch ein früheres Mitglied des Vereins hergestellt. Die Gründerin des Projekts, die Ghanaerin Harriet Bruce-Annan, kenne ich persönlich.

 

Wie investierst du bzw. Maweni e.V. Spendengelder?

Wir unterstützen mit den Spendengeldern alle Maßnahmen zur Therapie in Tunyai, auch z.B. wenn es notwendig ist, die Reparatur eines Ambulanzwagens, damit HIV-Infizierte wieder transportiert werden können. In Accra (Ghana) zahlen wir Schulgeld für unsere Patenkinder, damit diese weiterführende Schulen besuchen können. So können diese z.B. das renommierte Achimota-Gymnasium besuchen.

 

Wer sind eure Partner?

In Kenia ist es das DREAM-Programm der Gemeinschaft Sant' Egidio. Sant' Egidio ist eine katholische Gemeinschaft, die besonders in der medizinischen Entwicklungshilfe, in der Friedensarbeit, aber auch in der Hilfe für Armen tätig ist http://test.dream.santegidio.org/

In Ghana arbeiten wir mit dem Verein African Angel e.V. zusammen http://african-angel.de/

 

Welche Bedeutung, bzw. Ausmasse haben das HI-Virus und Aids derzeit noch in Afrika, insbesondere in Kenia und Ghana?

Ein paar Zahlen hierzu im Vergleich von Kenia und Ghana:

Kenia (2014 Schätzung)

5,3 % der Bevölkerung von 15-49 Jahren HIV-infiziert

Insgesamt 1,4 Mill. Infizierte (alle Altersstufen)

infizierte Kinder 0-14 160000

AIDS-Waisen 0-17 Jahre 650000

 

Ghana (2014 Schätzung)

1,5 % der Bevölkerung von 15-49 Jahren HIV-infiziert

Insgesamt 250000 Infizierte (alle Altersstufen)

infizierte Kinder 0-14 21000

AIDS-Waisen 0-17 Jahre 120000

Quelle: www.unaids.org

Wie Dieter Wenderlein, der ein Experte für die antiretrovirale Therapie ist, feststellte, ist in Afrika der Zugang zu präventiven und therapeutischen Maßnahmen gewachsen. Die schnellste Zunahme der Patienten in einer wirksamen HIV-Therapie erfolgte in Afrika südlich der Sahara. Dies zeigt das entgegen verbreiteter Vorstellungen in Europa es nicht hoffungslos ist, in Afrika gegen HIV/AIDS vorzugehen besonders wenn es in Form der zu 98% wirksamen Mutter-Kind-Therapie ist. Wie Dieter Wenderlein aber feststellt, muß der Zugang zur Therapie weiter verbessert und die Qualität der Therapie gesichert werden. Dazu leisten wir unseren Beitrag.

 

Was bedeutet es für dich persönlich, anderen Menschen zu helfen? Was motiviert dich dazu?

Liebe zu den Menschen in Kenia und Ghana

 

Wie habt ihr Andreas Steinhöfel 2010 dazu bekommen, Rico, Oskar und die Tieferschatten für euch vorzulesen?

Andreas ist ein Freund von mir :-) 

 

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Huu?

Huu hat uns im Internet gefunden und angesprochen

 

Was bedeutet glücklich sein für dich?

Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich. (André Gide) 

 

Welchen Aphorismus/Ratschlag würdest du gerne mit unseren Lesern teilen?

Leben ist das, was passiert, wenn man andere Pläne hat. (John Lennon)

 

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